Kategorie 'Die Zeitung'
20 Jahre “Läbigi Stadt”: Die Jubiläumszeitung
“Die Lorrainebrücke gesperrt, ohne dass es zu Schlägereien kam”
Wie in der ersten Zeitungsausgabe des neuen Jahres (folgt in Kürze als PDF) angekündigt, veröffentlichen wir an dieser Stelle das vollständige Interview mit ehemaligen Vorstandsmitgliedern anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von “Läbigi Stadt”.
Was hat “Läbigi Stadt” in 20 Jahren verändert?
Beat Zobrist: Sie hat im Abendverkehr während 5 Minuten die Lorrainebrücke gesperrt, ohne dass es zu Schlägereien kam. Und im Bierhübelikreisel den Samichlaus unterstützt, als er von der Kanzel aus den Verkehr regelte. Weiter hat sie einigen heute national und kommunal bedeutenden Politikerinnen in ihrem zartesten Alter mit Erfolg die ersten Gehversuche in dieser Disziplin ermöglicht.
Evi Allemann: “Läbigi Stadt” hat viele neue innovative Ideen in Bern erstmals öffentlich zur Debatte gestellt: Vom autofreien Wohnen, über Wabenlösungen bis hin zu Roadpricing. Heute ist eine erste autofreie Siedlung realisiert und Wabenlösungen werden immerhin in der Mitwirkung geprüft. Schritt für Schritt hat “Läbigi Stadt” zudem daran gearbeitet, dass sich die Stadt Bern für eine Reduktion des MIV einsetzt. Heute fahren etwas weniger Autos durch Bern als zu den Gründungszeiten von “Läbigi Stadt” und in der Energiestrategie setzt sich die Stadt das Ziel, den motorisierten Individualverkehr bis 2015 um weitere 10 % zu senken. Vergleicht man dies mit der Entwicklung in den meisten anderen vergleichbaren Städten in Europa, dann wird klar, dass “Läbigi Stadt” unter dem Strich sehr erfolgreich war.
Karin Gilgen: “Läbigi Stadt” hat die Diskussion über die heilige Kuh “Auto/MIV” salonfähig gemacht. Dank der Initiative wurden die Hauptpunkte in einer Vereinbarung verhandelt und verbindlich festgelegt. Der Gemeinderat musste sich in einigen Punkten offiziell zu unseren Zielen bekennen. Auch wenn wir in den letzten 12 Jahren immer wieder hartnäckig auf die Vereinbarung bzw. deren Umsetzung verweisen mussten.
Ursula Wyss: Die Mehrheit der Bernerinnen und Berner wünscht sich heute keinen zusätzlichen Autoverkehr und ist froh darüber, dass etwa der Bundesplatz nun parkplatzfrei ist. “Läbigi Stadt” hat in den letzten 20 Jahren dazu beigetragen, eine entsprechende Stimmung zu schaffen. Natürlich nicht allein, aber doch als eine wesentliche Stimme.
Michael Aebersold: “Läbigi Stadt” hat das Bewusstsein für eine umweltfreundliche Mobilität und lebenswerte Stadt gestärkt. Mit einer Initiative wurde bereits vor vielen Jahren eine politische Diskussion lanciert, welche bis heute andauert.
Zeitung 4/2012
Die Zukunft der Velobrücke
(Ein Beitrag aus der “Läbigi Stadt” Zeitung 3/2012)
Die hügelige Topografie und der besonders in der Innenstadt knappe Platz sind nicht ideale Voraussetzungen für die Velostadt Bern. Umso verlockender ist das Projekt einer Velo- und Fussgängerbrücke, welche die Länggasse direkt mit der Lorraine verbindet. Höhenunterschiede und unangenehme und gefährliche Verkehrsengpässe – z.B. die Kreuzung beim Henkerbrünneli oder die Lorrainebrücke – könnten so gemieden werden.
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Ökologische Motorfahrzeugsteuer: am 23. September ein Schritt in die richtige Richtung
(Ein Beitrag aus der “Läbigi Stadt” Zeitung 3/2012)
Schweizerinnen und Schweizer (wahrscheinlich vor allem Schweizer) kaufen von allen Europäern die grössten und stärksten Autos. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie es sich leisten können. Dabei ist der Wechsel zu sparsameren Autos eines der schmerzlosesten Mittel um sowohl den CO2-Ausstoss als auch die Abhängigkeit vom Erdöl zu verkleinern: Man kann nicht ernsthaft behaupten, einen Toyota Prius anstelle einer BWM Limousine zu fahren bedeute eine grosse Einbusse an Lebensqualität. Doch der finanzielle Anreiz, ein sparsames Auto zu kaufen, war bisher eher gering. Auf nationaler Ebene wurde deshalb letztes Jahr das Anreizsystem der EU übernommen, das den durchschnittlichen CO2-Ausstoss der Neuwagenflotte bis 2015 auf 130g pro km festlegt. Auch der Kanton Zürich hat soeben eine ökologische Autosteuerreform gutgeheissen, um diese Fehlanreize zu beheben.









